Homburg/Sangerhausen. Im Landkreis Mansfeld-Südharz sorgen gleich zwei Vorfälle an sensibler Energie- und Kommunikationsinfrastruktur für erhebliche Unruhe. Unbekannte Täter haben bei Homburg wichtige Notstrom-Batterien eines Funkmastes gestohlen und wenig später offenbar versucht, Kabel aus einem Umspannwerk bei Sangerhausen zu entwenden. Die Polizei ermittelt nun wegen Einbruchs und möglicher Sabotage an kritischer Infrastruktur. Ob beide Taten miteinander zusammenhängen, ist derzeit noch unklar.
Notstromversorgung eines Funkmastes gezielt ausgebaut
Besonders brisant ist der Diebstahl an einem Funkmast bei Homburg. Dort verschafften sich die Täter Zugang zu der technischen Anlage und bauten mehrere Batterien aus, die eigentlich im Ernstfall die Notstromversorgung sichern sollen. Gerade bei Stromausfällen oder Netzstörungen übernehmen solche Batteriesysteme eine zentrale Rolle. Sie gewährleisten, dass Kommunikationsnetze und Funkverbindungen weiterhin funktionieren. Der Diebstahl wurde am Sonntagmorgen entdeckt. Nach ersten Angaben entstand ein Schaden im fünfstelligen Bereich. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter gezielt vorgingen und sich mit der technischen Infrastruktur auskannten.
Gefahr für Kommunikationsnetze wächst
Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit kritischer Infrastruktur in Deutschland auf. Funkmasten gelten als besonders sensible Einrichtungen, da sie für Mobilfunk, Notrufsysteme und Datenübertragung unverzichtbar sind. Fallen Notstromsysteme aus oder werden beschädigt, könnten Kommunikationsnetze im Krisenfall deutlich anfälliger werden. Experten warnen seit Jahren davor, dass Infrastruktur-Einrichtungen immer häufiger Ziel von Diebstahl, Vandalismus oder gezielten Angriffen werden.
Täter dringen auch in Umspannwerk bei Sangerhausen ein
Nur kurze Zeit später kam es offenbar zu einem weiteren Vorfall in der Region. In der Nacht zum Sonntag drangen Unbekannte auf das Gelände eines Umspannwerks bei Sangerhausen ein. Dort machten sich die Täter an Kabelanlagen zu schaffen. Nach Angaben der Polizei wurden bereits zahlreiche Kabel abgeschnitten und zum Abtransport vorbereitet. Offenbar wurden die Täter jedoch gestört und flüchteten ohne ihre Beute mitzunehmen. Wie hoch der entstandene Schaden ist, konnten die Ermittler zunächst noch nicht beziffern.
Polizei prüft möglichen Zusammenhang
Ob zwischen beiden Vorfällen ein direkter Zusammenhang besteht, wollte die Polizei bislang nicht bestätigen. Die zeitliche Nähe und die Angriffe auf technische Infrastruktur sorgen jedoch für zusätzliche Aufmerksamkeit bei den Ermittlern. Die Beamten prüfen nun, ob organisierte Tätergruppen hinter den Einbrüchen stehen könnten. Besonders der Diebstahl von Kupferkabeln und technischen Komponenten nimmt bundesweit seit Jahren zu.
Kritische Infrastruktur zunehmend im Visier
Die Vorfälle bei Homburg und Sangerhausen reihen sich in eine wachsende Zahl von Angriffen auf Energie- und Kommunikationsanlagen ein. Sicherheitsbehörden beobachten seit längerem, dass Täter gezielt technische Einrichtungen ins Visier nehmen – entweder wegen wertvoller Rohstoffe wie Kupfer oder zur bewussten Sabotage. Experten warnen davor, dass solche Angriffe weitreichende Folgen haben können. Bereits kleinere Schäden an Umspannwerken oder Kommunikationsanlagen können lokale Stromversorgung, Mobilfunknetze oder Notfallsysteme erheblich beeinträchtigen.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Polizei sicherte an beiden Tatorten Spuren und ermittelt nun intensiv nach den Tätern. Bislang gibt es keine Hinweise auf Festnahmen. Die Behörden bitten mögliche Zeugen, verdächtige Fahrzeuge oder Personen im Bereich der Anlagen zu melden. Gerade abgelegene Infrastruktur-Einrichtungen gelten als schwer zu überwachen und werden deshalb immer wieder Ziel professioneller Täter.


