Erstmalig Bevölkerungsschutztag in Hamm (Sieg)

Hamm (Sieg). Stromausfall, Hochwasser, Starkregen oder großflächige Katastrophenlagen: Die Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) will ihre Bürger besser auf Notfälle vorbereiten und lädt deshalb erstmals zu einem großen Bevölkerungsschutztag ein. Unter dem Motto „Komm vorbei und sei bereit!“ sollen Familien, Anwohner und Interessierte lernen, wie sie sich im Ernstfall schützen und anderen helfen können. Die Veranstaltung findet am 13. Juni zwischen 10 und 17 Uhr am Feuerwehrhaus Hamm (Sieg) statt. Unterstützt wird die Aktion unter anderem von der Freiwilligen Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk sowie dem Infomobil der landesweiten Kampagne „Bleib bereit“.

Katastrophenschutz wird immer wichtiger

Die Verantwortlichen reagieren damit auf eine Entwicklung, die viele Kommunen zunehmend beschäftigt: Extremwetterlagen, Energiekrisen und mögliche Infrastrukturausfälle rücken das Thema Bevölkerungsschutz immer stärker in den Mittelpunkt. Gerade Hochwasser- und Starkregenereignisse haben in Rheinland-Pfalz in den vergangenen Jahren gezeigt, wie schnell Alltag und Versorgung zusammenbrechen können. Hinzu kommen Sorgen vor länger andauernden Stromausfällen oder Ausfällen kritischer Infrastruktur.

Die Verbandsgemeinde Hamm will deshalb nicht nur informieren, sondern den Bürgern konkrete Handlungsmöglichkeiten vermitteln.

Übungen statt nur Theorie

Im Mittelpunkt des Bevölkerungsschutztages stehen praktische Übungen und direkt anwendbares Wissen. Besucher können unter anderem lernen, wie Sandsäcke richtig gefüllt werden, welche Vorräte in keinem Haushalt fehlen sollten oder wie man sich bei Hochwasserlagen verhält. Zusätzlich werden individuelle Beratungen angeboten. Bürger können beispielsweise mithilfe von Kartenmaterial aus dem Geoportal Rheinland-Pfalz prüfen lassen, ob ihre Wohnlage von Hochwasser oder Starkregen besonders gefährdet ist.

Die Organisatoren setzen bewusst auf alltagsnahe Szenarien und verständliche Informationen statt abstrakter Katastrophenschutzpläne.

Hilfe für den Ernstfall im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie sich Bürger selbst aktiv einbringen können. Besucher erhalten Informationen über sogenannte Spontanhelfer-Strukturen und erfahren, wie sie sich im Krisenfall freiwillig engagieren können. Auch das Thema „Katastrophenschutz-Leuchttürme“ wird vorgestellt. Dabei handelt es sich um Anlaufstellen, die bei größeren Stromausfällen oder Katastrophen als Informations- und Versorgungsorte dienen sollen. Die Verantwortlichen betonen, dass schnelle Hilfe im Ernstfall oft nur funktioniert, wenn Bevölkerung, Hilfsorganisationen und Behörden eng zusammenarbeiten.

Feuerwehr und THW zeigen Einsatztechnik

Neben Informationsständen präsentieren Feuerwehr und Technisches Hilfswerk auch ihre Ausrüstung und Einsatztechnik. Besucher erhalten Einblicke in moderne Katastrophenschutzmaßnahmen und können mit Einsatzkräften direkt ins Gespräch kommen. Das Infomobil der Kampagne „Bleib bereit“ ergänzt das Angebot mit anschaulichen Materialien rund um Notfallvorsorge und Selbstschutz.

Das genaue Vortragsprogramm soll kurzfristig veröffentlicht werden. Die übrigen Stationen stehen den Besuchern während der gesamten Veranstaltungszeit offen.

Familienfreundliches Konzept geplant

Damit der Bevölkerungsschutztag nicht nur informativ, sondern auch familienfreundlich wird, ist ein Rahmenprogramm für Kinder vorgesehen. Geplant sind unter anderem eine Hüpfburg und ein Sandkasten. Außerdem werden Getränke und Snacks angeboten. Die Veranstalter hoffen auf großes Interesse aus der Bevölkerung. Ziel sei es, Hemmschwellen abzubauen und das Thema Krisenvorsorge stärker im Alltag der Menschen zu verankern.

Vorbereitung kann im Ernstfall Leben retten

Die Verbandsgemeinde macht deutlich, dass Kenntnisse über Selbstschutz und Notfallvorsorge längst kein Spezialwissen mehr sind. Viele Menschen beschäftigten sich erst mit Krisensituationen, wenn sie bereits eingetreten seien. Mit dem Bevölkerungsschutztag soll sich das ändern. Die Botschaft der Veranstalter ist klar: Wer vorbereitet ist, kann sich und anderen im Ernstfall deutlich besser helfen.

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