Wer aktuell auf einen entspannten Frühlingsurlaub am Mittelmeer gehofft hat, wird vielerorts von der Realität eingeholt: Eine Serie heftiger Unwetter sorgt rund um die Adria und bis zu den Kanarischen Inseln für gefährliche Bedingungen, massive Einschränkungen und wachsende Sorgen bei Anwohnern und Behörden.
Besonders angespannt ist die Lage entlang der kroatischen Adriaküste. Im Bereich des Velebit-Gebirge gilt die höchste Warnstufe. Meteorologen sprechen von einer „extrem gefährlichen Wetterlage“, die bis in die Nacht andauern könnte. Ursache ist vor allem die gefürchtete Bora – ein kalter Fallwind, der orkanartige Böen von bis zu 165 km/h erreichen kann. Für Seeleute besteht akute Lebensgefahr, auch Häfen, Straßen und Stromnetze sind bedroht.
Rund um die Hafenstadt Rijeka warnen Behörden vor erheblichen Schäden: Umstürzende Bäume, herumfliegende Trümmer sowie Verkehrschaos und Stromausfälle könnten die Folge sein. Auch auf beliebten Ferieninseln wie Krk, Cres, Lošinj und Rab wird zur äußersten Vorsicht geraten. Unerfahrene Segler sollen unbedingt sichere Häfen aufsuchen.
Auch in Italien verschärft sich die Situation zusehends. In mehreren Regionen kommt es infolge heftiger Regenfälle zu Erdrutschen. Besonders betroffen sind Sizilien, wo Straßen zerstört wurden, sowie Kalabrien und die Gegend um Cosenza, in der Bewohner von Angst und Verwüstung berichten. In der Provinz Foggia mussten Gebäude evakuiert werden, nachdem instabile Böden Fundamente beschädigten.
Meteorologen sehen vorerst keine Entspannung. Die aktuelle Wetterlage sei typisch für den Übergang vom Winter zum Frühling, aber dennoch heftig in ihrer Ausprägung. Klassischer Badeurlaub oder entspannte Städtereisen seien derzeit kaum möglich. Reisende sollten Warnhinweise strikt beachten und ihre Pläne gegebenenfalls anpassen.
Währenddessen trifft das Sturmtief „Therese“ die Kanarische Inseln mit voller Wucht. Auf Teneriffa wurden bereits vorsorglich Naturparks wie der Teide-Nationalpark geschlossen, Veranstaltungen abgesagt. Auch Inseln wie La Palma, El Hierro und Gran Canaria stehen unter Wetterwarnungen.
Neben Sturm mit Böen bis zu 90 km/h drohen vor allem extreme Regenmengen. Innerhalb weniger Stunden könnten regional bis zu 30 Liter pro Quadratmeter fallen, in kurzer Zeit sogar deutlich mehr. In besonders exponierten Lagen halten Experten Niederschläge von über 200 Litern für möglich – in Extremfällen sprechen Modelle sogar von bis zu 400 Litern. Solche Mengen könnten zu Überschwemmungen, Erdrutschen und erheblichen Schäden führen.
Die Entwicklung bleibt dynamisch und schwer vorhersehbar. Klar ist jedoch schon jetzt: Das Unwetter hat weite Teile des Mittelmeerraums fest im Griff – mit spürbaren Folgen für Infrastruktur, Tourismus und Sicherheit.


